Aktienanalyse: Lufthansa-Aktie
geschrieben von: s.hahn am 21.12.2009 um 18:58 UhrAnalyse zur Lufthansa
Die Lufthansa, mit Sitz in Köln, ist eines der größten Luftfahrtunternehmen weltweit und das größte in Europa, noch vor Air France/KLM. Die Lufthansa ist in die Bereiche Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik, LSG Skychefs und Lufthansa Systems gegliedert. Weiterhin gehört die Lufthansa seit 1997 dem größten Luftfahrtbündnis, der Star Alliance, an. Dabei ist Lufthansa Passage der mit Abstand größte Geschäftsbereich. Es wurden im Jahr 2008 70,5 Mio. Passagiere befördert. Die Drehkreuze der Airline sind Frankfurt am Main, München und Zürich. Der Bereich Passage wurde in letzter Zeit durch Zukäufe wie Brussels Airlines, bmi und Austrian Airlines in erweitert. Die Aktien des Unternehmens befinden sich fast ausschließlich in Streubesitz, es gibt keine nennenswerten Großaktionäre.
Branche
Die Lufthansa gehört mit zu den führenden Airline Unternehmen weltweit. Die Branche musste seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise Rückgänge in den Passagier- und Frachtraten hinnehmen. In den ersten acht Monaten 2009 lag die Frachtbeförderung weltweit um 18% unter dem Vorjahreswert, die Passagierbeförderung um 6%. Den Airlines macht vor allem der Buchungsrückgang in den Premium Klassen First und Business zu schaffen, da diese für die Airlines besonders profitabel sind. Die Auslastung ist laut des Weltluftfahrtverbandes IATA leicht gestiegen. Dies wurde jedoch mit gesunkenen Flugpreisen und damit einhergehend mit sinkenden Margen erkauft. So verdienen die Gesellschaften 20% weniger im Vergleich zum Vorjahr. Gerade die Lufthansa besitzt im Premium-Klassen-Bereich eine starke Stellung. Die schlechte gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird voraussichtlich auch zu einem Einbruch der Passagierzahlen bei den Privatreisenden führen. Dies kann nochmals zu einer Belastung der Margen führen.
Jedoch sind nach Auskunft der IATA die Rückgänge im Passagier- und Frachtaufkommen in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen. Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Talsohle bereits durchschritten ist.
Technische Analyse
Die Lufthansa ist Mitglied im DAX. Der Aktienkurs ist seit Mitte 2007 in einem Arbwärtstrend. Das 52 Wochen hoch liegt bei 12,51€ und das 52 Wochen tief bei 7,73€. Viele Chartsignale deuten auf einen ausgeprägten Abwärtstrend hin, wobei der Momentum Indikator andeutet, dass sich der Abwärtstrend langsam abzuschwächen scheint. Der Stochastik Indikator gibt auch ein Indiz dafür, dass die Lufthansa Aktie überverkauft ist. Auch der gleitende 100 Tagesdurchschnitt wurde zuletzt wieder nach unten durchbrochen. Daher ist aus technischer Sicht eine Investition abzulehnen.
Fundamentale Analyse
Die für die ersten neun Monaten vorgelegten Zahlen weisen einen Konzernverlust von 32 Mio.€ aus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden noch 529 Mio.€ Gewinn erwirtschaftet. Das operative Ergebnis ist zwar auch von 954 Mio.€ auf 226 Mio.€ zurückgegangen, es liegt jedoch noch im positiven Bereich. Viele Konkurrenten der Lufthansa erwirtschaften ein negatives Ergebnis. Durch die Kosten der Übernahme von Austrian Airlines und der bmi ist ist die Eigenkapitalquote zurückgegangen und die Nettokreditverschuldung ist auf fast 2 Mrd.€ angestiegen. Die Verschuldungssituation von Lufthansa kann gegenüber der Konkurrenz als solide bezeichnet werden. Wegen der zunehmenden Verschuldungssituation und der unsicheren Marktlage haben die Ratingagentur Standard & Poors und Moodys im September das Rating um eine Einheit herabgestuft. Als Grund wird die Verschlechterung des Finanzprofils und eine schwierige Marktlage angegeben. Trotz des Downgrading ist die Lufthansa einige der wenigen Fluggesellschaften mit Investment-Grade Status. Das Ergebnis kann für das Gesamtjahr 2009 negativ ausfallen. Dennoch wird für dieses Jahr eine Dividende von 0,02€ je Aktie erwartet. Trotz einer gesunkenen Eigenkapitalquote und gestiegenem Verschuldungsgrad ist die Lufthansa immer noch besser positioniert als die meisten Konkurrenten.
Fazit
Der Weltflugverband prognostiziert erst für das Geschäftsjahr 2011 wieder Gewinne bei den Fluggesellschaften. Auch die Lufthansa wird dieses Jahr aller Voraussicht nach mit einem Verlust beenden. Die Ursache dafür sind rückläufige Passagierzahlen sowohl bei den Geschäftsreisenden, als auch bei den Privatreisenden. Daher ist es nicht zu empfehlen kurzfristig in Luftfahrtunternehmen zu investieren. Langfristig betrachtet bieten sich günstige Einstiegschancen. Die Lufthansa ist eine profitable Fluggesellschaft, die aus der Krise gestärkt hervorgehen kann. In der Krise ist es wichtig Cash zu generieren und die Lufthansa besitzt solide Cash-Flows. Auch wenn die Mehrheit der Analysten im Moment gegenteiliger Meinung sind, sollte man die Lufthansa als langfristig günstiges Schnäppchen sehen.
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