Inflation und Deflation – was erwartet die Anleger?
geschrieben von: Udo Bergstein am 27.08.2010 um 13:24 UhrSeit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 und den nachfolgenden monetären und fiskalischen Maßnahmen rund um den Globus stellen sich immer mehr Anleger die Frage: Inflation oder Deflation
Was aber bedeutet das für Anleger, wenn es entweder ein Inflation oder das Gegenteil ,die Deflation, gibt . Zunächst wollen wir die beiden Begriffe einmal oberflächlich definieren:
Inflation: Bei der Inflation handelt es sich um die Entwertung des Geldes durch steigende Preise. Der Geldwert verliert und Sachwerte wie Immobilien oder Rohstoffe gewinnen.
Deflation: Hier werden Geldbestände durch fallende Preise aufgewertet. Das heisst der Geldwert(Bargeld, Sparguthaben, Anleihen) werden aufgewertet und Sachwerte abgewertet.
Unter Anlegern gilt eine geringe Inflation als willkommen, während eine ausufernde Inflation (Hyperinflation) als Gift bzw. Katatstrophe gilt. Gefürchtet wird die Deflation und sei sie auch noch so gering von den Anlegern.
Wie kommt es zu einer Inflation: Zu einer Inflation kommt es, vereinfacht ausgedrückt, wenn zuviel Geld im Verhältnis zum Waren bzw. Sachwertangebot "umherschwirrt" und wenn es hohe Lohnsteigerungen gibt. Dann kann die sogenannte Lohn - Preis Spirale in Gang gesetzt werden.Zu einer Deflation kommt es u.a wenn es zu wenig Geld im Finanzsystem gibt, welches für Investition und Konsum verwendet wird. Es wird weniger investiert und konsumiert und die Preise fallen.
Wie sollen Anleger sich verhalten wenn Sie entweder eines der beiden oben genannten Szenarien erwarten:
Wenn Anleger eine hohe Inflation erwarten, sollten Sie Anleihen meiden wie der Teufel das Weihwasser und erstklassige Aktien mit einem Sachwertanteil wie zb. Rohstoff-Aktien kaufen. Auch eine Direktinvestition in Rohstoffe wie Gold oder Silber ist sinnvoll, da diese in so einer Phase stark steigen sollten. Weiterhin sind Investitionen in Immobilien oder Immobilienfonds anzuraten. Ein sehr gutes Beispiel für eine extrem hohe Inflation, war die Hyperinflation in Deutschland anfang der 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts.
Erwartert der Anleger hingegen eine Deflation stehen Anleihen ganz oben auf der List der Wertpapiere die man haben muss. Aktien hingegen sollte man meiden oder wenn dann nur Unternehmen mit einem sehr hohen Cashbestand und wenig Schulden, denn besonders Unternhmen mit hohen Schulden werden in so einer Phase an die Wand gedrückt. Das beste Beispiel ist die seit 20 Jahren vorherrschende Deflation in Japan. Dort gibt es tolle Unternehmen wie Sony oder Toyota, trotzdem fallen dort die Kurse seit 20 Jahren stetig. Es klingt paradox, aber auch Gold und Silber können sich in solch einer Phase extrem gut entwickeln, da sie als Geld- Aufbewahrungsmittel gesehen werden.
Natürlich gilt auch für die Inflation und die Deflation: Die Mischung macht es. Setzen Sie nie alles auf eine Karte, sondern streuen Sie Ihre Geld auf die verschiedenen Assetklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe. Arbeiten Sie nie ohne Stop Loss und folgen Sie dem Markt. Das heisst, lernen Sie den Martk richtig zu lesen und ziehen Sie die richtigen Schlüsse. Und die allerwichtigste Regel ist: Verlieren Sie kein Geld - verteidigen Sie Ihr Geld.
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