Rezession: Europa vs. Amerika
geschrieben von: s.hahn am 16.12.2008 um 13:30 UhrDie Rezession ist da. Soweit, so schlecht. Die Frage ist, was bedeutet das für Börsen-Investments? Grundsätzlich Vorsicht, Geduld, investitionsbereites Cash und eine gute Beobachtungsgabe. Denn die Börsen nehmen den Konjunkturtiefpunkt i.d.R. vorweg.
Aber ich möchte auf ein anderes Thema hinaus: Wo (geografisch) sollte man sinnvollerweise investieren? Und dabei möchte ich einmal wieder auf den alten Gegensatz (Kontinental-) Europa vs. USA hinaus, der m.E. aktuell wieder besonders sichtbar (werden) wird:
Die USA verarbeiten Rezessionen deutlich schneller als die Europäer. Was auch den steigenden Dollar im letzten halben Jahr erklären dürfte.
Aus meiner Sicht ist ein Grund das Arbeitsrecht und der angelsächsische Pragmatismus. Ein passendes Beispiel: Die BayernLB will 5.600 Stellen abbauen. Bis 2013. Da ist die aktuelle Wirtschaftskrise längst Geschichte. Der Effekt dieser Maßnahme im Hinblick auf die aktuelle Krise ist daher ein Witz. Und zwar ein schlechter. Der Unterschied in den USA: da sind diese Stellen (die aus krisenbedingten Maßnahmen gestrichen werden) bereits zum großen Teil abgebaut. Im Krisenmanagement sind die Amerikaner schlicht schneller als die Europäer. Schlappe 5 Jahre Vorlauf für unsere amerikanischen Freunde.
Exkurs Jobgarantie
Peinlich bis dümmlich sind auch die jüngsten Verlautbarungen zur Jobgarantie führender deutscher Unternehmen für 2009. Bzw. eigentlich zeigt das den kompletten Gegenentwurf zu jeglichem marktwirtschaftlichen Handeln. Und auch zu den USA. Welche Maßnahmen erfolgreicher sind, werden wir, die wir in Deutschland leben, in den nächsten 5 Jahren schmerzlich erfahren.
Jeder Manager der solche Garantien abgibt ist entweder ein Lügner ohne Hemmungen oder ein Idiot. Man weiss nicht was besser ist. Aufgrund der einsetzenden Rezession kann kein Management die Notwendigkeit von Stellenabbaus ein Jahr im voraus abschätzen. Konsequent zu Ende gedacht würde das folgendes heißen: Man lässt im Zweifel lieber ein ganzes Unternehmen den Bach runter gehen (weil z.B. Aufträge wegbrechen), nur um 2009 niemand zu entlassen. Unsere Politker checken natürlich sowieso nichts - was will man auch erwarten? Angela Merkel goes Planwirtschaft. Das Resultat solchen Handelns hätte man dann spätestens 2010 mit einer massiven Entlassungswelle und unnötig geschwächten Unternehmen.
Fazit:
Frohes investieren in den USA!
- Tags: Arbeitsrecht, Börse, Europa, investieren, Investments, Jobgarantie, Rezession, USA,
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