Die CeBIT 2010. Eine Messe wie jedes Jahr – leider.
geschrieben von: Udo Bergstein am 01.03.2010 um 12:31 UhrHeute Abend werden Bundeskanzlerin Merkel und der Ministerpräsident des Partnerlandes Spanien Zapatero die CeBIT eröffnen. Die Messe startet unter dem Schwerpunkt Connected World und mit der Hoffnung den Abwärtstrend der letzten Jahre stoppen zu können. Doch ob das gelingt ist fraglich und die kritischen Stimmen mehren sich.
Nach dem Rückgang im Krisenjahr zuletzt, werden auch in diesem Jahr wieder weniger Aussteller den Weg nach Hannover auf sich nehmen. Außerdem fragen sich immer mehr Unternehmen, ob sich die CeBIT für sie eigentlich lohnt. Neben der Besucheranzahl spielen dabei vor allem die Ansprache des Fachpublikums und der sich letztlich ergebende Nutzen für das Unternehmen im Vordergrund. Eine derartige Transparenz fordern mehr Aussteller als je zuvor. Ähnlich sieht es bei der Kommunikationspolitik aus. Die Messe hat sich vor allem in diesem Bereich nie durch besonderen Innovationsgeist ausgezeichnet und wird dafür zurecht kritisiert.
Das Problem mit der mangelnden Profilierung zu lösen ist allerdings weder leicht noch im allgemeinen Einverständnis zu lösen. Soll die CeBIT mehr, vor allem private Besucher ansprechen? Neben mehr Aufmerksamkeit und einer direkteren Ansprache der Endverbraucher bedeuten dies natürlich auch mehr Trubel, was wiederum andere Aussteller bei intensiven Gesprächen mit dem Fachpublikum stört. Also doch weniger Besucher oder mehr Fachleute? Ziel in diesem Jahr ist ein größeres Publikum anzusprechen ohne das Fachpublikum zu verschrecken. Das klingt irgendwie auch nicht wirklich eindeutig.
Die Konkurrenz sitzt der CeBIT im Nacken. Die Telekom tendiert derzeit schon eher zur Ifa in Berlin, äußert sich verhalten zur CeBIT und stellt einen weiteren Besuch in Frage. Infineon kommt schon seit Jahren nicht mehr. Auch die CES in Las Vegas und die Mobilfunkmesse in Barcelona sind profilierter und ermöglichen eine gezieltere Ansprache der Kunden.
Natürlich müssen wir auch erwähnen, dass die Branchenriesen IBM, Microsoft und SAP der CeBIT den Rücken stärken und neue Aussteller vom Range Amazon und google, die ihr umstrittenes Streetview vorstellen wollen, hinzustoßen.
Die Messe gibt ein diffuses Bild ab. Es kann nicht so weitergehen wie bisher, aber auch nicht alles anders werden. Es ist wohl auch der Lauf der Dinge, dass so mancher abspringt. Doch auch in Hannover sieht man Handlungsbedarf. Man will die CeBIT 2011 klar in vier Bereiche gliedern. Eine Beteuerung, die konkreter klingt als in den letzten Jahren. Das weckt Hoffnung.
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