Finanzkrise und Banker – ein Gedicht
geschrieben von: Thomas Wickert am 01.03.2010 um 10:29 UhrBANKER (nach der Finanzkrise 2010)
Wir sind aus dem Häuschen,
lachen uns ins Fäustchen,
haben selten so gelacht:
Über uns hat keiner Macht!
Das Volk findet es zwar unverschämt,
doch wir sagen ganz unverbrämt,
was man sich nicht einfach nimmt,
ist sonst für andere wohl bestimmt.
Lass andere zahlen ihre Soli,
wir nehmen uns weiter reichlich Boni,
auch wenn man uns die nicht mehr gönnt:
Wir haben eben nicht gepennt.
Warum auch sollten wir verzichten?
Der Steuerzahler wird' s schon richten.
Wir müssen sehen, wo wir bleiben,
wollen doch nicht an Geldnot leiden.
Das Leben als Banker ist doch schön,
können wieder feiern und auch lachen,
was interessiert der andern laut Gestöhn,
erneut lassen wir' s so richtig krachen.
In dieser ausgebufften, harten Welt,
da zählt doch nur das große Geld,
und wer davon sich reichlich borgt,
hat irgendwann mal ausgesorgt.
Wir Banker sind im Leben die Gewinner,
so war es und so ist' s noch immer.
Und nach der Krise ist des einen Leid
schon wieder mal des andern Freud!
Geld zu machen ist unser wahres Ziel,
und das wird uns auch nie zu viel.
Denn sind wir erst mal Millionär,
geben wir uns staatstreu und recht fair.
Unser Geld aber geht in die Schweiz,
denn das hat seinen Kick und Reiz:
Dort bleibt es geheim und gut gebunden,
und unser Reichtum wird daran gesunden.
Wir greifen weiter in die vollen Kassen,
solange sie uns machen lassen.
denn auch Politiker und Führungsspitzen
geben sich genauso finanzielle Spritzen.
Das Volk will ohne Frage mehr Kontrollen,
doch die Politik scheint' s nicht zu wollen,
sonst hätte sie es längst gemacht.
Nein, wir haben immer noch die Macht.
Der Euro ist wahrscheinlich bald am Ende,
es folgt dann wohl die Währungswende,
und wenn es schließlich richtig kracht,
haben wir unser Meisterwerk vollbracht.
Wir können das Volksvermögen drauf verwetten,
dass EU-Staaten die Griechen niemals retten.
Dann wird auch noch Spanien kalt erwischt,
was nur eine Frage der nächsten Zeiten ist.
Regierungen und Bundesbanken wissen Bescheid,
sie sitzen längst in den Startlöchern bereit,
"Die Lösung ist eine neue Währung", so wird gedacht,
und die wird wieder nur für ein paar Jahre gemacht.
In Frankreich wird derweil der " Gold-Franc" vorbereitet,
ein Schelm und ein Narr, wer ernsthaft das bestreitet,
hat unser Nachbar doch tonnenweise das Gold
in den letzten Jahren aus den USA geholt.
Ist der Euro erst mal von uns gewichen,
wird 90 % des Volksvermögens einfach gestrichen.
Und eines ist sicher, danach sind wir frei von Schulden,
doch noch müssen wir uns ein wenig gedulden.
Wir Banker sind darauf schon lange vorbereitet,
blind ist, wer das nicht sieht oder gar bestreitet,
wir sammeln inzwischen Gold für uns in Massen ein,
der Sozialstaat wir danach nur noch Geschichte sein.
Wir haben schon immer als Letzte gelacht
denn Politik wird nämlich von uns gemacht.
Author und Copyright: Wulf E. Bley
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